Kanarische Inseln

La Graciosa, die kleinste Kanarische Insel



Zanzibar mit Kurs auf Lanzarote


"Family Time" auf Teneriffa & La Gomera

Unser erster Winter auf der Barfussroute liegt vor uns. Wir haben uns bewusst entschieden erst, wenn wir uns eingelebt haben und mit Zanzibar Freundschaft geschlossen haben, unseren ersten Besuch zu bekommen.

Am 8.Dezember war es dann soweit. Anne´s Eltern Marlies und Andre konnten es kaum abwarten, auch einmal auf wankenden Planken zu stehen und das Meer von seiner schönsten Seite zu erleben. Nicht nur das Meer hat es gut gemeint, sondern auch Aiolos, der griechische Gott des Windes. Er war mit der Göttin der Morgenröte, Eos, verheiratet und er wurde von Zeus als Herrscher über die verschiedenen Winde eingesetzt. Jedenfalls meinte es Aiolos in den 13 Tagen sehr gut mit den beiden Landratten und hatte erbarmen. Auch die Wale und Delfine waren neugierig, wer sich da plötzlich noch auf Zanzibar über das Meer schaukeln lässt. Und nicht nur auf dem Meer hatten wir eine wunderbare gemeinsame Zeit. Abhängen, faulenzen, Kniffeln, Ganz langsam Spazierengehen und per Mietauto sich von Anne ganz gemütlich über La Gomera kutschieren lassen.  Danke für die schöne Zeit mit euch, liebe Marlies und lieber Andre!

Die Grindwale verabschiedeten die Beiden mit winkenden Fluken und schon waren sie wieder weg.

Unser erstes Weihnachten an Bord der Zanzibar

Wir haben etwas "Besuchnachholbedarf" und so gingen Annes Eltern von Bord und keine 24 Stunden später freuten wir uns auf Annes Bruder der zusammen mit meiner Tochter Laura für 10 Tage zu uns auf die Zanzibar kamen.

Bei 22 Grad war uns eigentlich gar nicht nach Weihnachten zumute. Auch die unendlich vielen, in grellen LED Farben schrill leuchtenden asiatischen Blinklichter vermochten uns nicht so richtig in Weihnachtsstimmung zu versetzen. die Beiden wollten Weihnachten einmal im Warmen und unter Palmen verbringen. Also sind wir mit dem Mietwagen aufgebrochen, um der Sonne zu folgen. Hoch ging es auf nicht enden wollenden Serpentinen hinauf Richtung Teide, dem höchsten Vulkan der Kanaren und auch dem höchsten Berg Spaniens. Was uns schon auf halber Strecke erwartete, war genau das, wonach sich jedes Kind in kühlen Norden schon Wochen vor Weihnachten sehnt: Schnee! Und zwar so viel, das sämtliche Pass-Straßen vollständig gesperrt wurden. Also entschieden wir uns mit unserem Weihnachtsbesuch loszulegen. Der Wind schien gut für La Gomera. Ein wenig heftig um das Kap von Teneriffa, aber das wird Zanzibar schon schaukeln. Mit rauschender Fahrt und schäumender Bugwelle kam die Nachbarinsel schnell näher. Die Seeprobe hatten die Beiden prima hinter sich gebracht. Alles doch gar nicht so schlimm mit der Seefahrt. Wir feierten Heiligabend im Hafen von San Sebastian auf Gomera und pusteten gemeinsam die Lichter unseres ersten maritimen Adventkranzes aus.

Auf La Gomera haben wir eine wunderschöne Zeit verbracht. Auf den Spuren der Hippies erkunden wir die Insel.Wir wandern bergauf und bergab durch dichten Lorbeerwald und verirren uns in der äußerst kreativen Bezeichnung der Wanderwege, die nur ganz gelegentlich einmal mit der Kreativität des Grafikers, welcher die Wanderkarte gestaltet hat, übereinstimmten.

Der letzte Tag des Jahres 2016 näherte sich und damit auch der Abreisetag der Beiden. Gleich nach der Silvesterfeier, am 1. Januar geht ihr Flieger von Teneriffa. Doch diesmal steht der Wind gar nicht gut. Auch die Abfahrtzeiten der Fähren passen nicht für eine Rückfahrt von San Sebastian nach Teneriffa. Wir versuchen es bei starkem bis stürmischen Winden aus Süd-Ost und laufen unter Maschine gegen drei Meter hohe See aus dem Hafen. Anne versucht noch Leinen und Fender im Vorschiff zu verstauen, als sie in einem Wellental schwerelos über dem Bug zu schweben scheint, nachdem Zanzibar sich gegen die steile See aufbäumte um dann tief in folgende Wellental mit lautem scheppern zurück zu rauschen. mit kleinster Sturmbeseglung versuchen wir gegen Wind und Welle den Flieger noch pünktlich zu erreichen. Zwei Stunden diese Tortour waren uns dann aber genug. Wir geben auf und laufen diesmal der hohen See davon und sind am Nachmittag des 31. Dezember wieder in San Sebastian.

Darüber waren wir gar nicht unglücklich. So konnten wir eine echte, sogar vom Fernsehen life Übertragene Silvesterfeier mit erleben. Ab kurz nach zwölf tanzten wir mit tausenden Insel-Spanier vernünftiger weise nur ein Stündchen. Alle Anderen, m außer uns, tanzten bis in den Morgen weiter. Für uns hieß es dann um sechs Uhr früh "Leinen Los!" mit rauschenden Sambaklängen ließen wir am Neujahrsmorgen San Sebastian hinter uns im Kielwasser.

Jetzt hat sich das Meer beruhigt, so das wir sechs Stunden später zurück auf Teneriffa sind.

 


Teneriffa, die größte Kanarische Insel

die perfekte Insel zum Wandern

viele überwältigende Wander-Meilen mit unseren Freunden von der "SY Dulcinea"


130 Seemeilen von Teneriffa zurück nach Lanzarote auf die Werft

Landgang für Zanzibar wegen Ruder Problemen. Wir haben die Gelegenheit gleich genutzt und ihr bei herrlichem Sonnenwetter ein neues Make-up für das Unterwasserschiff zu malen.


Fuerteventura

wir treffen Katrin & Markus von "SY Herrn Nilsson" wieder

Zeit mit Freunden!                                                                             Simone, Nick und unser Patenkind Emil zu Besuch auf der "Zanzibar"

Ankern vor der unbewohnten Insel "Lobos"

"Wüstenwanderung" im Süden von Fuerteventura

Vorbei geht´s an der mysteriösen "Villa Winter" auf den Spuren der dunklen deutschen Vergangenheit


70 Seemeilen weiter nach Gran Canaria

"Segelheimat in der Ferne"

zur gleichen Zeit am gleichen schönen Ort. Wir hatten einen wunderbaren Tag mit unseren Traditionssegelfreunden aus dem kühlen Norden Brigitte & Nis  auf der Finca Montecristo


von Gran Canaria nach Santa Cruz auf Teneriffa

gemeinsam mit unseren Freunden, Anni & Heiko aus dem kühlen Norden entdecken wir die Hauptstadt  Santa Cruz und können uns dem zweitgrößten Karneval der Welt nicht ganz entziehen. 

viele schöne Wanderungen auf Teneriffa


La Gomera

von La Gomera geht es im "Doppelpack" nach Teneriffa

Schon während unserem letzen Deutschlandbesuch haben wir uns beim checken der App "Marine Trafik" sehr gewundert.

Unsere Freunde von der SY "Dulcinea" wollten wegen perfekter Winde schon nach La Palma aufbrechen, bevor wir zurück sind. Mitten in der Nacht verläuft ihr Track wie ein ein Kaninchen auf der Flucht. Auf Höhe von  La Gomera ändert sich ihr Kurs fast um 180 Grad auf San Sebastian. Die Auflösung des nächtlichen Rätsels erfahren wir bei unserer Rückkehr. Dulcinea "Eisernes Vorsegel" hat sich endgültig bei gemächlicher Fahrt in der dunklen Nacht bei wogender See verabschiedet. Dahin waren 26 Jahre gut geöltes und vorantreibendes Eisen. Innerhalb von Sekunden wurden unter den entsetzten Ohren von Skipper Peter aus dem treuen Freund und Flautenschieber 250 Kilo fast wertloses Alteisen. Die gute Seele der Dulcinea war ausgebrannt. Verheizt hätte man früher auf den alten Dampfschiffen gesagt. 

Nun war Dulcinea ein nächtlicher Fall für die Rettung Schiffbrüchiger. Per Funk wurde die Salveamento gerufen. Der spanische Seenotkreuzer verhalf dem Havaristen wieder in Fahrt. Eine Stunde später war sie fest vertäut an der Hafenmauer von San Sebastian.

Eine echte Herausforderung für die Zanzibar!

Ein paar Tage später waren wir zur Stelle und vertäuten die Beiden Boote nach langem Hin und Her und endlosen Telefonaten mit der Versicherung miteinander um Dulcinea zurück nach Teneriffa zu schleppen.

Draußen auf See lösten wir die Lampen und setzten die Segel. Ein herrlicher Segeltag!  Keine Flaute, keine Sturmböen wie sonst immer auf dieser Strecke. Gemütlich schipperten wir in Rufweite nebeneinander her.  Delfine hatten ihren Spaß und sprangen von Bug zu Bug.

Und am Abend vor San Miguel/Teneriffa dann das Ganze noch einmal. Längsseite gehen, alles wieder zusammentüddeln und im Päckchen rein in den Hafen. Die einzige Lücke war unsere. Noch bevor der Hafenmeister bereit stand, hatten wir schon festgemacht.

Ein schöner entspannter Segeltag mit perfektem Wetter. Der Einzige übrigens seit langem. Wenn Engel reisen, dann brauchte es anscheinend keinen Motor. Ein schöner Anlass um in die Tiefen der Biege zu schauen. Schier unglaubliche nicht enden wollende Vorräte erblickten das Kerzenlicht. Am Tag danach hat der Wettergott gutes für die beiden verkaterten Crews parat gehabt: Sturzregen, Blitz und Donner, Hagel und noch mehr Regen. Der perfekte Tag für die gemütliche Koje.... 

Unsere neue Leidenschaft: wandern mit Barbara und Peter


Von Teneriffa schippern wir mal wieder nach La Gomera und geniessen eine Ankerwoche vor Valle Gran Rey

Jetzt wollen wir´s wissen!

Womit können wir unsere müden Knochen nach dem Wandern einen Ausgleich verschaffen?

Anne hatte die Idee. SUP. Stand Up Paddling! Da braucht man alle Muskeln. Bauch-Beine-Po und alles was sich an einem gut gebautem Körper noch so alles bewegen kann. 

Ein ausgiebiger Shopping-Bummel durch die Mega Filiale von Decathlon in Santa Cruz brachte die Entscheidung. Wir ergatterten die letzten zwei aufblasbaren Boards und jetzt Heist es Üben Üben Üben !

Die ersten Versuche fanden eher im Wasser als auf dem Brett statt. Das war lustig und ich wollte doch eigentlich erst bei mindestens 24 Grad Wassertemperatur baden. Nun wandern wir auch auf dem Wasser. Vom Ankerplatz an den Strand oder einfach nur so durch die Bucht.

 

10 Monate "verschollen"

10 Monate ist es fast auf den Tag genau her, als wir Flensburg/Sonvig verlassen haben und uns dort von der Crew der "Balu", unseren schweizer Freunden Sereina und Sascha mit Medina und Janis verabschiedet haben. Viele gemeinsame Tage haben wir dort unsere Schiffe für die Abfahrt zu unserer großen Reise ausgerüstet. Von dem Tage an verliefen sich unsere Spuren in der grau-braunen Brühe der Ost- und Nordsee. Oft haben wir uns gefragt, wohin es die vier wohl verschlagen hat. 

Bis zu dem Tag, an dem wir vor La Gomera in der Bucht von Valle Gran Rey vor Anker lagen und Anne aus dem schmalen Fenster der Party aufs Meer schaute. "du glaubst nicht, wer da draußen kommt!" höre ich sie rufen.

Die "Balu" tuckert gemächlich vor unserem Fenster vorbei, klar zum Ankern.

Nach über 4000 Meilen treffen wir uns irgendwo in einer der unzähligen Ankerbuchten der Kanaren wieder. Ein langer Abend mit endlos vielen spannenden Segelgeschichten folgte. "Ich war mir ganz sicher, dass wir uns irgendwann wieder sehen" sagte Sascha in klarem"Schwitzer Dütsch".

Eine Woche hatten wir eine wunderbare gemeinsame Zeit am Strand mit leckerem kühlen Bier von der Hippie-Bar. Und wieder einmal wollten wir nach einer Woche Abschied nehmen. Wir sind so gespannt, wo wir uns das nächste mal wieder treffen. 

 

50 gemeinsame Seemeilen mit David und Stefan

Und jeder Abschied öffnet die Tür für neue Begegnungen. An relaxten Tagen im schwarzen Sand am Strand von Valle Gran Rey lernen wir David und Stefan kennen. David, ein Franzose der sogar Englisch spricht und irgendwann nach Tarifa in Spanien gegangen ist, um dort ein Leben zwischen Surfern, Wein und Sonne zu verbringen. Stefan lebt zwischen den Welten als Hochschulprofessor für Design und einige Monate im Jahr mit seinem Freund Stefan in Tarifa. Mit der Idee, sich ein gemeinsames Segelboot zu kaufen, chartern sie sich auf den Kanaren ein Boot mit Skipper um Erfahrungen und Meilen zu sammeln. Die wichtigste Erfahrung aber ist wohl gewesen, dass nicht alle Skipper nett und sind und schon gar nicht mit didaktischen Fähigkeiten ausgestattet sind. Noch bevor das Abenteuer mit ihrem egozentrischen Einsiedler-Skipper zu Ende ging, verließen sie den fluchtartig das Schiff des wütenden Alt-Freaks der längst vergangenen 70er.  Wir lernen uns ein paar Tage kennen und hatten die Idee, ihnen ein paar positive Segelerlebnisse zu bescheren. Am nächsten Tag verholte ich sie morgens von der Kaimauer per Dingi an Bord und wir lichteten gemeinsam unseren Anker und nahmen Kurs auf Teneriffa. Für uns und bestimmt auch für die Beiden ein wunderbarer Segeltag an dem uns endlich auch mal wieder viele Delfine und eine große Schule Grindwale begleiteten. Am nächsten morgen im Hafen von San Miguel hieß es dann schon wieder Abschied nehmen. Für uns ging es weiter nach Gran Canaria. Noch lange standen die Beiden auf der Hafenmole und schauten uns sehnsüchtig nach. Ob ihr Traum vom gemeinsamen Segelboot wohl bald in Erfüllung geht? Wir wünschen es ihnen und das wir sie irgendwann in einer schönen Bucht einmal wieder treffen.


In der Flaute von Teneriffa nach Gran Canaria: unsere ersten Schildkröten

Spassige Zeit mit Thomas und unserem Patenkind Rasmus auf Gran Canaria

Eine Segelwoche ganz aus Kindersicht! Das war ein riesen Spaß für uns vier! Segeln, Ankern, Angeln, Dingi fahren, Stand up Paddeln und jede Menge Eis Essen nicht zu vergessen. Für den kleinen Raums konnten sich die Ereignisse nicht schnell genug überschlagen. "Wann fahren wir endlich Beiboot?" war wohl der meist gehörte Satz aus seinem fast ohne Pause plappernden Mund. Wir fühlten uns selbst in unsere Kinderjahre zurückversetzt. Nach Herzenslust ungebremst die Sanddünen von Maspalomas hinunter kullern. Den ganzen Tag die Taucherbrille nicht mehr absetzen. Eis essen bis der Bauch kugelrund ist. Wandern, aber wirklich nur solange bis ich keine Lust mehr habe. Raketen und Piratenschiffe malen und am besten nie ins Bett gehen müssen.

Die Woche ging so schnell vorüber. Es wurde ziemlich still auf Zanzibar. Wir lassen die Zeit abends im Bett noch einmal im Gedanken an uns vorüber ziehen. Die Leichtigkeit des Seins, Neugier, Spaß haben. Das wollen wir von Rasmus lernen und so brechen wir auf zu neuen Abenteuern auf der Barfußroute....

"Wanderimpressionen" von Gran Canaria

Hoch hinaus...


Von Gran Canaria nach Teneriffa: "Turtle rescue"

Hier ein Link zu unserer "TURTLE RESCUE" Aktion:

Zwei wunderbare Gründe zum Feiern!

Unsere erfolgreiche "Turtle Rescue Aktion"

nach 1000 Seemeilen zwischen den Kanaren.

 

Drei mal nach La Gomera, oder vier mal? Wir wissen es nicht mehr genau. An viel Wind, an sehr sehr viel Wind erinnern wir uns aber noch sehr gut. Wie unglaublich schnell so ein modernes Schiff die mächtigen Wellen herunter surfen kann, hätten wir nie für möglich gehalten.

16 Knoten mit unserer kleinsten Besiegelung! Das war tief beeindruckend und ist uns eine spannende Lehre und eine Erfahrung die uns Mut für die Weiten des Atlantik macht. 

Eigentlich sind wir nur von Gran Canaria nach Teneriffa aufgebrochen um Barbara und Peter von der "Dulcinea" seelischen Beistand für ihren anstehenden Motorwechsel zu leisten.  Die erste Fahrt mit ihrem neuen Motor wollen wir uns auf keinen fall entgehen lassen.

Teneriffa liegt auch genau mitten drin in den Kanaren und ist ein guter Stop, um das eine oder Andere mal wieder zu reparieren. Dort gibt es alles was die Zanzibar so zum überleben braucht. Und so rechnen wir doch mal all unsere hin und her Strecken zwischen Lanzarote, Fuerteventura, Teneriffa, La Gomera, wieder Lanzarote, Gran Canaria und noch ein paar mal La Gomera zusammen und kommen bei gemütlichem "Barcadi Segeln" und herrlichem Sonnenschein auf genau 1005 Meilen! Wooow! Ich trage alle eingezeichneten Kurse aus der Seekarte aus und sprinte begeistert den Niedergang hinauf um Anne das Ergebnis stolz zu präsentieren. Mit einem lautem treffenden Händeklatsch besiegeln wir unsere 1000 Meilen Erfahrung in einem Segelrevier, durch das die meisten Weltumsegler nur so hindurch eilen, um dem mystischen Traum der Karibik zu folgen. 

 Teneriffas Süden ist schon deutlich zu erkennen, als wir in bester Feierlaune plötzlich, um uns herum große Tümmler von 3 Meter Länge sehen. Vielleicht 10 oder sogar 15 gemächlich auftauchende Flossen begleiten unser Schiff. Hektisch stolpern wir über das Seitendeck nach vorn zum Bug um ihnen beim Spielen mit unserer Bugwelle zu zu schauen. Ich stolpere hektisch ans Ruder zurück um ihnen zu folgen. Anne zeigt fuchtelnd zu allen Seiten, um mir eindeutig Signale zu geben, wohin ich als nächstes steuern muss. Wir haben zwar zwei Steuerräder, aber beide drehen immer nur in die selbe Richtung so das ich mich für eine Seite entscheiden muss. Von hinten, von beiden Seiten, überall tauchen die Tümmler erneut wieder auf. Ein riesiges sprudelndes Spektakel spielt sich um unser Schiff herum im tiefen Blau der Bucht vor San Miguel ab. In mitten der springenden mächtigen Säugern sehe ich etwas weißes. Etwas was hier nicht her gehört. Mein erster Gedanke: eine Plastikplane. Und dicht daneben so etwas, was wir schon mehrmals zwischen Gran Canaria und Teneriffa beobachtet haben: Das eine mal sah es aus wie ein treibender Kartoffelsack und ein anderes mal saß ein Gelbschnabel Sturmtaucher darauf um sich auszuruhen. Wir ändern unseren Kurs erneut und ein schreckliches Bild lässt unseren Atem erstarren. Wieder ist es eine große Meeresschildkröte. Nur jetzt treibt direkt neben uns eine um ihr Leben ringende, in der zerfledderten Plastikplane vergangene und mit letzter Kraft verzweifelt um ihr Leben paddelnde Meeresschildkröte. Sofort Maschine STOP! Anne übernimmt das Ruder und ich schnappe mir den Bootshaken. Vorsichtig nähern wir uns der hilflosen Kreatur. Mit der Spitze des Bootshakens steche ich in die Plastikfolie und hole das zappelnde Knäul aufs Verdeck. Wir trauen unseren Augenkaum, als wir ihr Elend erfassen. Die Fasern des Plastiksacks haben sich mehrfach so eng um ihren Hals und ihre vordre Flosse geschlungen, dass es nur noch ein Frage von Minuten gewesen wäre, bis für sie das jähe Ende im Wohlstandsmüll gekommen wäre.

Blitzartig stürzt Anne geistesgegenwärtig in die Küche um in Sekundenschnelle mit unserer schärfsten Schere wieder neben mir zu stehen. Die arme, etwa 20 Kilo schwere, wunderschöne Besucherin ringt sichtlich nach Atemluft. Zischend und fachend wehrt sie sich gegen alles was ihr zu nahe kommt. Ich bedecke ihren Kopf behutsam mit einem Teil des Plastiksackes um ihr die Angst vor dem zu nehmen was jetzt auf sie zu kommt. Vorsichtig und präzise durchschneide ich Faser für Faser. Bloß jetzt keine Ausrutscher in die weiche faltige Haut. Endlos erscheinende Minuten vergehen, in denen ich wie ein Chirurg besonnen, aber mit pochendem Herzen versuche, sie von all den Fasern zu befreien. Nur noch wenige Schnitte. Noch tiefer muss ich an den Hals heran schneiden. Einletzter Schnitt und es ist vollbracht!  Ich nehme ihr den Plastik Sack vom Kopf, sie erblickt das blaue. mit sanften Wellen bewegte Meer und will nur noch eines: Auf ihrem schnellst möglichem Weg zurück in ihr Element. Doch vorher schauen wir uns unsere erfolgreich Befreite eindeutig gegen ihren Willen noch einmal von allen Seiten an. Schließlich bekommen wir so eine ausgewachsene Meeresschildkröte so schnell nicht wieder in die Hände. Sie gibt uns deutlich mit fauchen und schlagenden Armen und Beinen zu verstehen, das sie mit uns und überhaupt mit niemanden mehr außerhalb des Meeres etwas zu tuen haben möchte. Und so lassen wir sie stolz und glücklich zurück in den tiefblauen Atlantik fallen. Kurz taucht sie noch einmal auf, schaut noch einmal zurück und verschwindet in den tiefen des Atlantiks.

Ein schönes Leben wünschen wir ihr und das bitte ohne unseren Wohlstandsmüll in ihrem zu hause.

 

  

 

 

Hier ein Link zur ersten Fahrt mit Dulcinea " Happy New Engine"

        HAPPY NEW ENGINE - Dauer: 3:05 oase gmbh 6 AufrufeNeu 

86 Seemeilen von Teneriffa nach La Palma

Hier ein Link zur Installation von unserem neuen Wassermacher

https://youtu.be/0AjRLmD4jUM

L a Palma ... impressionen

Wanderimpressionen


anniversary auf La Palma


Abschied von den Kanaren

Fast auf den Tag genau sind wir vor sieben Monaten auf den Kanarischen Inseln angekommen und werden uns nun, nachdem wir fast alle der 8 wunderbaren Inseln intensiv erlebt haben, vorerst mit etwas Wehmut aber auch großer Neugier auf den über 600 Seemeilen (ca.1100km) langen Weg auf die Azoren machen.

Die Kanaren waren für uns schon zu Beginn unserer Reise ein "wichtiger Meilenstein", denn hier wollten wir ersteinmal ankommen, nach vielen aufregenden Monaten zuletzt in Deutschland zur inneren Ruhe finden und uns mit der spannenden Frage auseinandersetzen: "ist das Seglerleben auf wankenden Planken mit immer neuem mutigen Ablegen zu unbekannten Ufern durch nicht klar vorhersehbare Willen-oder Unwillen der Natur, überhaupt etwas für uns?"

Die Antwort diese Frage war für uns von Anfang an mit an Bord.

Kanaren… Das war für uns wie für Hunderttausende auch, ein sonniges Urlaubsziel um sich den langen kalten nordeuropäischen Winter zu versüssen. Nur viereinhalb Stunden Flug und schon war man in der Sonne. Von den über 4000km merkt man im Flieger irgendwie nichts.

Für uns aber, bedeutete der lange beschwerliche Weg dorthin, sich immer wieder mutig hinaus aufs Meer zu wagen. Die kühle raue Nordsee, der vielbefahrene Englische Kanal mit seinen starken Tidenströmen und immer wieder gegen kurze steile Wellen ach Westen in den Atlantik. Von Brest über die bei Seglern oft gefürchtete Biskaya nach La Coruña in Nord Spanien. Mit den Portugal-Passat dann erstmals mit herrlichem Rückenwind über Porto nach Lissabon und schließlich an die Algarve. Von dort dann unser längstes Seestück von fast 1000 km mit Südwest.Kurs zu den Kanaren.

Eine, auch für uns als Paar, und als Segelteam aufregende, mühsame, spannende und unglaublich bewegende Zeit mit vielen Entdeckungen und Entbehrungen.

Die Kanaren, für die meisten Langzeitsegler nur ein kurzer Zwischenstopp von ein paar Tagen oder Wochen, um Vorräte aufzufüllen und ihre Schiffe für das große Ziel, die Karibik vorzubereiten. Dort wird geschraubt, repariert, zusätzliche Ausrüstung eingebaut, immer

wieder auf die langersehnten dringend benötigten Ersatzteile gewartet um dann möglichst schnell zu Weihnachten in der Karibik anzukommen. Für uns jedoch eine Inselwelt, die in ihrer Unterschiedlichkeit und Vielfältigkeit an jedem Tag neue spannende Erlebnisse bereithielt. Eine Inselwelt in der wir insgesamt 1160 Seemeilen, ( ca. 2000km) zurückgelegt haben.                                           Hier hatten wir in den vergangenen sieben Monaten unsere wohl härteste Segelschule der bisherigen Reise überstanden.         Windstärke 10 Bft über viele Stunden, Sturmböen die uns das Reffen in Windeseile gelehrt haben, Flauten mit trotzdem gewaltiger Dünung, einen mächtigen Sturm im Hafen von Fuerteventura der uns einige Leinen und Ruckdämpfer gekostet hat und immer wieder

unglaublich mitreißende Begegnungen der besonderen Art: Wale, Delfine, Meeresschildkröten und fliegende Fische.

Morgen werden wir Kanaren von La Palma aus mit Kurs auf die Azoren hinter uns lassen.

Etwas wehmütig, denn La Palma war unsere Lieblingsinsel. Hier ist der Massentourismus

nicht angekommen. Der kleine gemütliche Hafen von Tazacorte hat uns vom ersten Tag an ein sicheres Gefühl gegeben. Kein Wunder, denn hinter zwei gigantischen Beton Schutzmauern, von denen das DDR Regime nur träumen konnte und die Erich und sein

Gefolge vor Neid hätte erblassen lassen, können einem die großen heranwollenden Atlantik Brecher nichts anhaben. Eines von vielen weiteren, fast völlig Sinnfreien EU finanzierten Großprojekten, deren gewaltigen Kaianlagen tatsächlich so gut wie nie ein Schiff gesehen haben.

Unser Kanaren-Fazit: sieben völlig unterschiedliche, unglaublich schöne Inseln, mit

atemberaubenden Bergen und Schluchten, Urwäldern und Wüsten, einer unerschöpflichen

Vielzahl von Blüten, Pflanzen und Kräutern entlang der viele hundert Kilometern

Wanderwege, an die es ein echtes Versäumnis ist, vorbei zu segeln, oder sich auf den

 

Besuch von einigen wenigen unschönen Großstadthäfen zu beschränken.

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